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Einstellung

Unsere Senioren wollen keine großen Spaziergänge mehr machen!
Sie möchten einfach nur Zuneigung und Nähe und ein bisschen Ruhe.

Aber das Wichtigste noch weit vor unserem „Unterhaltungsangebot“ ist wohl die LIEBE, die wir unseren Schützlingen entgegen bringen.

Viele Mitarbeiter im Tierschutz machen diesen Beruf,  weil sie keine andere Arbeit bekommen haben – wir machen ihn aus Überzeugung. Und wer fragt, ob es nicht schwer fällt, eines dieser geliebten Tiere in fremde Hände zu geben, dem können wir nur sagen, dass wir dann nicht verstanden haben, worum es hier geht. Unsere Aufgabe besteht nicht darin, so viele Tiere wie möglich zu horten, sondern eine liebevolle und vor allem die richtige Familie für den jeweiligen Schützling zu finden. Sollten wir bei den Interessenten „Bauchschmerzen“ haben, ist es vielleicht doch nicht das richtige Tier für diese Familie. Oder umgekehrt. Selbstverständlich fällt es nicht leicht, den Tieren einen erneuten Wechsel zuzumuten. Es ist immer der Gedanke dabei, dass vielleicht doch nicht alles so ist, wie uns die Interessenten glauben machen wollen. Aber wir können auf keinen Fall zulassen, dass die schlimmen Erlebnisse dieses Berufes das Blickfeld auf alles und jeden trüben. Es gibt noch immer so viele liebe Menschen, noch immer mehr, als es schlechte gibt. Das darf man nicht vergessen. Und jeder der auszieht, macht Platz für jemanden, der Hilfe benötigt.

Schließlich bedeutet das Wort Liebe auch, dass man für ein besseres Leben loslassen muss. Auch wenn es weiß Gott nicht immer leicht fällt. Aber es ist umso schöner, wenn wir Post bekommen, mit Bildern glücklich leuchtender Menschen- und Tieraugen. Augen, die sprühen vor Leben und Freude. Geschichten, die uns weiterhin teilhaben lassen am Leben und uns antreiben. Immer weiter.

Eigentlich heißt dieser Winzling „Betsy“, hat aber bei Fremden so lange Zähne, dass sie jetzt „Brutus“ heißt. Bei ihrer Familie zeigt sie nie die Zähne. Da kann man sie auch „Ohnezahn“ nennen.

 

Gabriel stellte sich als nicht ganz einfach heraus. Aber sein Frauchen ist Hundetrainerin und so ist er in den besten Händen.

Finchen, jetzt Amber, war ein reiner Hofhund. Sie lief ihrem Besitzer ständig weg. Jetzt wurde sie einbehalten und nach Hannover vermittelt. Aus dem wilden Wolf ist ein stadtfeines Stubenwölfchen geworden, das immer mit zur Uni darf.

 

Marny und Malia waren solche Fälle. Die Schwestern kamen mit ca. 10 Wochen zu uns und knurrten wie die Großen. Aber mit Geduld und Spucke wurde es besser. Aber das Mißtrauen blieb. Beide sind inzwischen vermittelt.

 

Jedes unserer Tiere braucht seine ganz eigene Art der Zuwendung. Manche von ihnen sind so scheu, dass sie Nähe erst lernen müssen zu akzeptieren. Da fängt man am besten an, sich in eine Ecke des Zimmers zu setzten und dem Tier ganz leise und entspannt etwas vorzulesen. Kein Blickkontakt, keine Anstalten, dass man das Tier irgendwie berühren möchte. Und glauben Sie es oder nicht – nach dem ein oder anderen Buch und der ein oder anderen Wurst ist so mancher schon weich geworden und legte sich von Mal zu Mal näher. Man hatte ja nichts zu befürchten. Manchmal sind wir die ersten Menschen, die ein freundliches Wort übrig haben. Nicht schreien, treten oder schlagen. Solche Tiere brauchen Menschen mit viel Zeit und noch mehr Geduld. Ruhe und Frieden. Man kann nicht in die Tiere hineinsehen, aber man kann auf ihre Körpersprache achten – und wir geben uns große Mühe, die Sprache die sie uns geben zu verstehen und zu akzeptieren. Vielleicht sind gerade deshalb Beißvorfälle bei uns sehr selten geworden.

 

Andere wiederrum kommen aus tollen Familie, die sich immer sehr um ihren Schützling bemüht haben. Sie geben weinend die Tiere ab, weil sich ihr

Paco war ein Hund aus gutem Hause. Geliebter Mittelpunkt der Familie. Bis ein anderer Hund ihn angriff und er sich wehrte. Damals musste er sofort ins Tierheim, weil er als Angehöriger der falschen Rasse gewagt hatte, sich und seine Familie zu schützen. Der Angreifer blieb übrigens unbehelligt!!

Leben so verändert hat, dass sie keine andere Möglichkeit mehr sahen. Diese haben einen Kulturschock. Immer wohl behütet und jetzt auf einmal auf sich gestellt mit fremden Menschen und noch mehr anderen Hunden. Neue Tagesabläufe und viel zu lernen. Und das Schlimmste ist aber – keine Ruhe. Der Streßlevel steigt schnell und will auch nicht so fix wieder runter. Diese Mäuse haben dann die Chance, zuerst bei uns im Haus zu sein. Vorraussetzung hierfür ist allerdings, dass sie sich mit Artgenossen verstehen. Denn so manche Woche haben wir inklusive der Hunde der Mitarbeiter 8 Hunde in Büro und Küche. Deshalb wundern Sie sich nicht, wenn wir bei Ihrem Eintreffen erst ein bisschen Zeit zum Sortieren brauchen, bevor wir Ihnen die Tür öffnen können.

Manche Tiere bleiben dann hier. Und selbst wenn wir uns noch so bemühen, müssen wir hier und da die Segel strecken. So wie bei diesem kleinen Lausbuben. Er verbrachte 4 Jahre bei uns und wurde zum Schluß doch noch zu einer Gefahr. Es tut uns leid Paco, dass wir bei Dir versagt haben mein Schatz und das die Welt so unglaublich ungerecht ist.

Leider gehört auch das dazu. Auch unsere alten Schäferhündin Coco, gehörte zu denen, denen wir gerne mehr geholfen hätten. Ihr  Zwinger war so  zugewachsen, dass er nicht mehr zu öffnen ging. Futter wurde über den Zaun geworfen, schließlich ging die Tür nicht mehr auf! Coco kam  zu uns und blühte auf. Sie lernte wieder richtig laufen und „jagte“ dem Ball hinterher. Aber das Glück war nur von kurzer Dauer – nach 6 Monaten wurde ein schwerer Tumor der Milz festgestellt. Wir konnten nichts mehr für sie tun. Ihre Schmerzen waren zu groß. Aber sie konnte noch einige Zeit glücklich sein – dieser Zwinger wäre ein elendes Grab gewesen!

So ist unser Beruf – Freude und Trauer liegen hier ganz, ganz dicht beisammen. Ob man hier verroht? Vielleicht, weil man mehr ertragen kann als andere. Andererseits fühlen wir mit allen mit – nur dürfen wir nicht zulassen, dass es uns kaputt macht. Wer soll denn sonst helfen? Und jede liebevolle Pfote auf dem Schoß, jeder noch so freche Kratzer einer Katze beim Spielen zugefügt und jeder noch so feuchte Hundekuss sagt uns, warum es weitergehen muss. Und ist das Loch in das wir fallen auch noch so tief, kommt plötzlich der/die Eine für einen unserer Gnadenhofbewohner und möchte nur ihn. Diesen und nur den einen. Als wenn es so sein sollte. Schwupps, gibt es  Fotos wieder mit glücklichen Menschen und ihren seligen Tieren.

Und das ist die Erfüllung der Seele.

SET hatte solche Angst. Aber seine Pflegefamilie hat sie einfach weggeliebt.

„Der beste Hund der Welt“

Ohne Worte.

Harmonie und Seelenfrieden.